Gagfah verkauft Prager Zeile in Dresden

Die Prager Zeile, offiziell St. Petersburger Straße 26 bis 32, hat einen neuen Besitzer. „Wir haben das Objekt rückwirkend zum 1. Mai an die Berliner DTE 3 und DTE 4 GmbH & Co. KG veräußert“, sagt Gagfah-Sprecherin Bettina Benner. Mit der Verwaltung wurde die DIM Deutsche Immobilien Management GmbH beauftragt.

Zudem habe die Gagfah das „Carolinum“ nahe der Carolabrücke, sowie die Häuser Freiberger Straße 5 bis 27, Blochmannstraße 9 bis 19, Pillnitzer Straße 28 bis 34 und Mathildenstraße 10 bis 28 an dieses Immobilienunternehmen verkauft. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Insgesamt dürfte es sich um über 1500 Wohnungen handeln. Erst im März hatte die Gagfah 150 Wohnungen an eine Vermögensverwaltungsgesellschaft in Bayern veräußert.

Die Prager Zeile ist, so die Gagfah-Werbung, mit 250 Metern Länge der längste Plattenbau Europas. In dem 1966 gebauten Elfgeschosser gibt es 561 Wohnungen sowie eine Ladenzeile im Erdgeschoss mit 17 Geschäften und insgesamt 2100 Quadratmetern Verkaufsfläche. 2007 wurde die Gebäudezeile für rund 24 Millionen Euro modernisiert. Im Haus gibt es je Hauseingang einen Concierge-Service. Zudem wurde die Nummer 32 seniorengerecht saniert. Hier hat der Arbeiter-Samariter-Bund die Betreuung übernommen. Die meisten Mieter haben gestern die Information über den Verkauf erhalten. „Jetzt ist uns auch klar, warum die Gagfah in den letzten Monaten keine Anstrengungen zur Vermietung der Läden mehr unternommen hat“, sagt Hendrik Dietrich, Chef des Geschenkeladens „Catapult“.

Ebenfalls 2007 hatte die Gagfah den großen Wohnblock „Carolinum“ mit 429 Wohnungen saniert. Knapp zehn Millionen Euro wurden dafür ausgegeben.

„Wenn wir es als ökonomisch sinnvoll erachten, verkaufen wir auch weiterhin Wohnungen an Kapitalanleger und Investoren. Durch die Verkäufe können wir unser Portfolio und unsere Kapitalstruktur optimieren“, sagt Gagfah-Sprecherin Bettina Benner. Für die Mieter ändere sich nichts, die bisherigen Mietverträge würden unverändert fortgesetzt.

Die Gagfah dürfe die Häuser verkaufen, sagt Mietervereinschef Peter Bartels. In den Verträgen mit der Stadt sei vereinbart worden, dass sie von den einst 48000 verkauften Wohnungen 35000 behalten müsse, weitere 3500 sollen abgerissen werden. 35000 Euro habe die Gagfah damals pro Wohnung bezahlt. Jetzt erziele sie ein Vielfaches. „Es handelt sich dabei fast ausschließlich um gute Bestände in guten Lagen“, sagt Bartels. Er befürchtet, dass die ruinösen Immobilien am Ende wieder bei der Stadt landen. Bettina Klemm

Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2459280

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Datum: Dienstag, 11. Mai 2010 8:20
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